Get the party started

Wie alles begann

2013, nach einem harten Jahr in der Berliner Startup-Szene, hatte ich einen Traumjob in einer Traumfirma ergattert: Ich startete als HR Manager bei Immobilienscout24 in einer soliden, sehr klassisch aufgesetzten Personalabteilung mit einem für die junge Online-Welt sehr hohen Professionalisierungsgrad.

Das Betriebsklima bei Immobilienscout24 war toll. Die Mitarbeiter partizipierten von jahrelanger Marktführerschaft mit traumhaften Bilanzen, einer sozialen und werteorientierten Geschäftsführung und einer offenen Feedback-Kultur, die aus der IT ins gesamte Unternehmen ausstrahlte.

Der Job war eine klassische Referententätigkeit, die nebenher mit etwas Engagement und dem Wohlwollen des Personalleiters noch genug Raum für eigene Projekte ließ, und ich konnte mich austoben. Das Glück währte einige Monate, dann stand ein Eigentümerwechsel an: Die T-Online, der von uns damals etwas belächelte Mutterkonzern, benötigte Kapital und stellte die Scout-Gruppe zur Disposition. Und dann war Schluss mit lustig.

Die Due Diligence-Phase ist für jeden Personaler so arbeitsintensiv wie spannend, und für mich standen die Überstunden damals in einem vertretbaren Verhältnis zu den neuen Inhalten, die unser Tagesgeschäft anreicherten. Natürlich war mir auch schon in der DD-Phase bewusst, dass bei einem Eigentümerwechsel nicht nur die Administration aufgeräumt wird, aber welche Auswirkungen der Verkauf dann tatsächlich haben würde, hat meine Vorstellungskraft damals eindeutig überschritten.

Ende 2013 kam es zum Closing: Ein amerikanischer Investor bekam den Zuschlag, und so wechselte Immobilienscout24 in das Portfolio von Hellman & Friedman.

Im Lauf der kommenden Monate wurde sukzessive (und wenig überraschend) das Management ausgetauscht. Mit der Geschäftsführung ging auch der VP HR, unser Personalleiter und mein Chef. Dafür bekamen wir eine neue SVP HR, die neben Immobilienscout24 auch für den Münchner Standort von Autoscout24 und Financescout24 zuständig war. Die vorher eigenständigen Personalabteilungen wurden zusammengelegt, ich verabschiedete alte Kollegen und Freunde und bekam neue dazu. Unsere Aufgaben änderten sich ebenfalls: Ehemals stark operativ aufgestellt bekamen wir nun eine neue, strategische Ausrichtung und die Mission, die Personalarbeit auf den neusten Stand in der digitalen Welt zu bringen. Ich war mittlerweile HR Business Partner, hatte das operative Tagesgeschäft abgegeben und fokussierte mich jetzt auf Projekte, Mentoring, Schulungen und die Beratung der Führungskräfte.

Die Neuausrichtung der Personalstrategie brachte noch zwei andere und ziemlich gute Änderungen mit sich: Wir bekamen erstens den Auftrag, herauszufinden, wie die Personalabteilungen in anderen Berliner Tech-Unternehmen ticken und was sie anders und besser machen. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört, denn Personaler sind aufgrund der hohen Vertraulichkeit und den ganzen Datenschutzthemen grundsätzlich nicht besonders austauschbereit. Trotzdem aktivierten wir unser Netzwerk und es fand sich ein fester Kreis interessierter Personalkollegen, dessen harter Kern bis heute besteht. Vielen dabei diskutierten Themen werdet ihr hier wiederbegegnen.

Die zweite Änderung war eine zusätzliche Position bei uns im Team: Wir bekamen unseren eigenen Agile Coach in Person der großartigen Kristina Müller. Kristina und ich hatten vorher schon bei einem Merger-Projekt zusammengearbeitet, und sie hatte mich schwer damit beeindruckt, wie sie unserem Projektteam mit einer Mischung aus Humor und Resolution eingeheizt hatte. Auch Kristina wird euch hier noch einige Male über den Weg laufen, denn sie hat sich in dieser Zeit zu einer wertvollen und inspirierenden Verbündeten entwickelt, und ich genieße den Austausch mit ihr heute noch genauso wie vor drei Jahren.

Kristinas erster Auftrag war, unser durch viele personelle Veränderungen, mangelhafte standortübergreifende Kommunikation und übermäßigen Workload angeschlagenes Team zu einer Gemeinschaft zu machen. Sie verpasste uns prozessverliebten Personalern also zunächst einen Crashkurs in agilen Methoden und griff dann darauf aufbauend verschiedene Elemente heraus, mit denen unser Team Stück für Stück zusammenfand – aber dazu mehr beim nächsten Mal 🙂

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